Wochenblatt 01.08.2007

Isabel Allende in starken Farben

Linkenheim-Hochstetten: Judith Henkel malt farbenfroh und mit Leidenschaft

Von Katharina Kulus
Farbenfroh und freundlich, so ist der Empfang bei Judith Henkel in LInkenheim-Hochstetten. Die 51-Jährige malt leidenschaftlich gterne und stellt ihre WErke auch aus. Die größte permanente Ausstellung ist dabei wohl in ihrem Haus in der Doppelgemeinde - hier hängen überall ihre Bilder.

"Ich male eigentlich schon, seitdem ich ein kleines Mädchen bin", erinnert sich Judith Henkel. "Malen tun ja alle Kinder gerne, aber bei mir hat sich das auch über die Jahre hinweg gehalten." Mit Unterbrechungen. Während ihrer Ausbildungszeit reizte sie das Malen wieder, und so fing sie wieder an. Sie nahm Unterricht, unter anderem bei Otto Leven in Frankfurt, und besuchte VHS-Kurse. "Dann kam erstmal die Familiengründung dazwischen, und das Malen musste wieder einige Zeit warten", erzählt die zweifache Mutter, "mit kleinen Kindern hat man einfach keine Zeit zum Malen."

Nachdem die Kinder älter waren und Henkel sich von ihrem Mann getrennt hatt, gewann das künstlerische Schaffen wieder an Bedeutung. "Ich habe es eine Zeitlang mit schreiben versucht und habe sogar einige ganz gute Passagen zustande gebracht. Abaer ein schlüssiges Ganzes ergab das einfach nie", berichtet Henkel. Also fing sie wieder an zu malen, nahm wieder Unterricht, unter anderem bei Wolfgang Kleinow, Montserrat Reiling Murillo und Professor Wolf Wrisch. "Ich hatte unheimlich viel Ernergie und habe mir sehr viel Persönliches von der Seele gemalt", erinnert sie sich. Dabei musste sie oft feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, das Bild im KOpf auf die Leinwand zu bringen. "Ich habe fast zehn Jahre lang gelernt", so Henkel.

Irgendwann entschloss sich die Malerin, ihre Werke auszustellen. "Ich wurde oft von Freunden und Bekannten gefragt, warum ich keine Ausstellung mache. Irgendwann dachte ich dann, das mache ich jetzt mal." Damals ahnte sie allerdings noch nicht, wie viel Extraarbeit sie damit erwartet. "Eine Ausstellung organisieren zu wollen, ohne wirklich aus der Branche zu kommen und die entsprechenden Kontakte zu haben, das bedeutet in erster Linie einmal Klinkenputzen", lacht Henkel.

Aber ihre Hartnäckigkeit zahlte sich aus: 2002 hatte sie ihre erste Einzelausstellung. Inzwischen wurden ihre Bilder schon in den Rathäusern in Stutensee und Linkenheim gezeigt und auch eine Galerie in Hagenbach stellte ihre Werke aus. Manche davon verkauft sie ürigens - gelegentlich übernimmt sie auch Auftragsarbeiten.

"Auch in Firmen in der Region habe ich schon Bilder ausgestellt. Manche machen dann eine richtige Vernissage", erzählt Henkel, die ihr Heim mit zwei Katzen teilt. Ihr LIeblingsmotiv sind aber nicht ihre vierbeinigen Mitbewohner, sondern derzeit die "Venus von Willendorf". Die etwa 15 Zentimeter große Figur aus der Steinzeit fasziniert die Künstlerin, sie hat sie darum schon unzählige Male agbebildet. Aber auch mediterrane Szenen finden sich oft auf den Bildern des bekennenden Spanien-Fans. "Grob gesagt ist mein STil wohl der magische Realismus", fasst Henkel zusammen, "das gemalte Pendant zu Isabel Allendes Bücher."

Neben dem Vergnügen an der Kunst ist JUdith Henkel aber auch das Engagement für andere Menschen wichtig. So unterstütz sie mit ihrer KUnst den Verien "Club de Madres Pamplona Alta" in Lima, Peru. Dieser VErein setzt sich für bedürftige Kinder und deren Familien ein und unterhält unter anderem eine Nähwerkstatt. "Auch bei meiner nächsten Vernissage am 24. August in Hagenbach wir ein Bild zugunsten dieses Projektes versteigert", so Henkel.

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