BNN 22.05.2009

Glühbirne unter die Früchte geschmuggelt

Judith Henkel stellt 19 ihrer Arbeiten bis Mitte Juli im Seniorenzentrum in Pfinztal aus

Pfinztal-Berghausen (ee). Der Frühling, die Zeit der Blüten, wird im Seniorenzentrum Pfinztal "Haus Edelberg" mit einer Ausstellung vom Judith Henkel sehr opulent dargestellt. Insgesamt 19 Werke, zumeist in Öl auf Leinwand, sind "Im Akazienwäldchen" in Berghausen noch bis Mitte Juli zu sehen. Bei der Vernissage im großen Aufenthaltsraum gab es nur aufmerksame Bewohner und Gäste, die von Judith Henkel im Gespräch mit Eva Haag, der Ergotherapeutin des Hauses, vieles zu ihrem Hobby hören konnten, aber auch selbst Fragen zur Person und Malerei stellten.

Was jetzt im Foyer und in den Fluren im Erdgeschoss an den Wänden hängt, ist ein Querschnitt aus Judith Henkels Arbeit der vergangenen sieben Jahre. Das sind - unter dem Motto "Die Motive kommen zu mir" — Einzelblüten, Blütenzweige und natürlich Blumen, deren Effekte auf kräftigen und vitalen Farben basieren. Da gibt es Magnolien, Rosen in verschiedenen Tönen, Hortensien, Schwertlilien, dazu Mohn, die Kokartenblume und die Flamingopflanze. In einem "Blumenkorb" wird zusätzlich einiges davon dekorativ gebündelt dargestellt.

Als Anschauungsobjekt zur Eröffnung im großen Kreis stellte Judith Henkel ihre "Seerosen" vor, die im Original nicht weit von ihrem Zuhause in Linkenheim-Hochstetten in freier Natur gedeihen und in der Kombination von Blüte und Wasser immer wieder ihr künstlerisches Interesse finden. Das wochenlange Zeitfenster der Blüte, das den Frühling so farbenreich charakterisiert, versucht die Ausstellung abzudecken. Die von Judith Henkel verwendete Lasurtechnik mit bis zu 40 Farbschichten führt zu einer sichtbaren Leuchtkraft der Farbenvielfalt aus sich heraus. Beispielsweise besticht Rot auf dem Werk "Hinterhof", in dem eine vergessene Kiste mit Pflanzen diese zum Wildwuchs veranlasst und dabei das Prinzip Hoffnung zum Ausdruck bringt.

Bei Blüten allein belässt ess Judith Henkel nicht. Sie zeigt auch die reifen Resultate, die es dann im ausgehenden Sommer zu ernten gibt. Da gibt es Äpfel und in verschiedenen Reifestadien Birnen zu sehen. Und damit es auch für den Betrachter nicht langweilig wird, hat sich in die strenge Aufreihung der Früchte einmal eine Glühbirne und auch eine Avocado eingeschmuggelt.

In gewisser Weise will Judith Henkel damit ihrer Arbeit eine spielerische Note geben, was auch gelingt. Aktuell, lässt sie wissen, arbeitet sie an einem Bilderbuch, dem sie die Illustrtionen und auch die Texte gibt.


Foto + Text: : Emil Ehrler



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