BNN 13.06.2008



Bericht und Foto von Emil Ehrler
Judith Henkel zeigt einen Querschnitt ihres Werks noch bis zum 30. Juni im Rathaus der Gemeinde Pfinztal.


"Abgrund im Eigenheim"

Judith Henkel bereichert ihre Eindrücke mit dem Pinsel.

Die Abfolge ist für die Malerin Judith Henkel klar: "Man sieht, es hakt sich fest, es will gemalt werden." Und was sie dann so alles in Öl auf Leinwand bringt, das kann man derzeit und noch bis zum 30. Juni im Rathaus der Gemeinde Pfinztal in Söllingen sehen. Die gebürtige Fränkin, die im Raum Karlsruhe längst heimisch geworden ist, hat in Pfinztal ihren Erstauftritt. Was einst ihr Hobby war, hat sie inzwischen zum Beruf gemacht. Ein unbeschriebenes Blatt ist die Malerin längst nicht mehr, zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellung sprechen dafür.

Die 33 Arbeiten Judith Henkels, die den Zyklus "Kunst im Rathaus" fortsetzen gehören zur gegenständlichen Malerei. Der Betrachter bekommt einen Querschnitt ihres jüngeren Schaffens zu sehen. Besonders angetan hat es ihr die weltbekannte Venus von Willendorf, deren unterschiedlichste Darstellung sich wie ein roter Faden durch ihr Wirken zieht. Allein sieben Varianten davon hat sie mitgebracht.

Dazulernen und experimentieren gehört zum Alltag der Malerin, die vom Auge erfasste Eindrücke mit dem Pinsel bewusst bereichert. So entstand auch die Dreiergruppe "Abgrund im Eigenheim". Bei Henkel stellt sich das dann als "Küchenschwamm erdolchen", "Tomate erwürgen" und "Frühstücksei mit dem Hammer platthauen" dar. Sehr genaues Hinschauen verlangt "Fenster zum Meer", um zu entdecken, dass Strand und Möwe nur Illusion sind. Realität dagegen ist jener graue Plattenbau, der auch dazugehört. Suggerieren will Judith Henkel damit aber einen kleinen Notausstieg aus der täglichen Maloche.

Wer ins Rathaus kommt, wird zuerst mit "Spuren" konfrontiert. Ihnen zu folgen ist eine Aufforderung, sich mit den Malereien auseinanderzusetzen. Dazu reizen allein bereits Titel wie "Efeu", "Balance", "Granatapfel", "Zweiheit", "Blaue Iris" oder "Ruine". Zumindest nachdenkenswert ist auch der gemalte Vorschlag zu "Rettet den Regenwald", bei dem in einem großen Bonbonglas ein Stück Dschungel mit Flora und Fauna eingebettet ist. Judith Henkel greift auf, was ihr Wert erscheint, aus ihrer Sicht gemalt zu werden. Dazu gehören "Arabische Impressionen" ebenso wie Kombinationen aus Frühstück mit Überraschung, mit Bedrohung oder auch nur im Grünen.

Die Ausstellung im Rathaus in Söllingen ist Montag bis Freitag von 7 Uhr bis 12 Uhr sowie Montag und Donnerstag von 13.30 bis 18 Uhr geöffnet.

Zurück zur Hauptseite
Zurück zu Presse
Weiter zur Galerie