Ab dem kommenden Jahr gehört das Foyer den Kindern

Die Ausstellung "Licht und Farbe" des Kulturvereins Eggenstein-Leopoldshafen findet letztmals in alter Form statt

Eggenstein-Leopoldshafen. Zum letzten Mal in alter Form fand am Wochenende die Ausstellung "Licht und Farbe" des Kulturvereins Eggenstein-Leopoldshafen statt. "Wir möchten ab dem kommenden Jahr das Foyer der Rheinhalle den Kindern überlassen", erklärte die Vorsitzende des Vereins, Tatjana Treiber. "Dort soll es dann Bastel- und Mal-Workshops für die Kleinen sowie eine gesonderte Ausstellung von Kinder-Werken geben."

In diesem Jahr allerdings präsentierte sich die Ausstellung noch in gewohnter Manier: 13 Künstlerinnen und Künstler aus der Doppelgemeinde sowie der näheren Umgebung präsentierten bereits am Samstagabend bei der Vernissage eine breite Palette künstlerischer Arbeitsformen. "Viele der Aussteller sind jahrelange Stammgäste bei ,Licht und Farbe', aber wir freuen uns auch immer über neue Künstler, die zu uns stoßen," so Tatjana Treber. "Die Besucher finden hier Vielfalt und meist ist für jeden Kunstgeschmack etwas dabei."

Diesem Credo wurde der Kulturverein auch am Wochende gerecht. Im Foyer zeigte zum Beispiel LiInde Baumgärtner ihre Arbeiten. Ausdrucksstarke Landschaftsmotive, mitunter abstrahiert und leuchtend in ihrer Farbgebung, zogen die Blicke der ankommenden Besucher auf sich. Außerdem hatte die Künstlerin Plastiken aus Raku-Ware mitgebracht, die ihre Ursprünge in Japan hat. Antje Müssig beschäftigt sich hingegen mit Schmuckdesign und hat zu "LIcht und Farbe" einen Querschnitt ihrer Arbeiten mitgebracht, die Frauenherzen höher schlagen lassen: Filigrane Colliers und dezenter Ohrschmuck, vorwiegend in Silber gearbeitet und vielfach mit Perlen oder Granat verziert, waren zu sehen. Heidi Wachter hat sich ebenfalls der Schmuckgestaltung verschrieben und setzt dabei auf so genannte Gablonzer Perlen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit sind beeindruckend: Die schillernden Farben machen ihre Schmuckstücke zu tollen Hinguckern.

Im großen Saal der Rheinhalle zeigte Tatjana Teiber ihre neuesten Lieblingstiere. Sie hat eine ganze Serie von Zebra-Bildern gemalt und dabei die immer wieder individuelle Fellfärbung der Tiere spannend herausgearbeitet. Da finden sich zwei Zebras beim Schmusen, andere an einem Wasserloch une ein Zebra allein in "Nahaufnahme". Ganz frech hat Tajana Treiber auch ein quietschgelbes Zebra dazwischen platziert, das entsprechend aus dem Rahmen fiel.

Tatjana Serikova liebt Stilleben und hat mit Tusche Zwiebeln, Granatäpfel und Melonen zu Papier gebracht, die in ihrer Schlichtheit und und Technik überzeugen. Nebenan zeigte Maria Lisinenkova ihre Arbeiten Immer wieder wichtiges Thema: Hunde. "Ich finde meine tierischen Modelle meistens im Bekanntenkreis", erzählt die Autodidaktin, die sich die Tiere immer wieder zum "Modell stehen" ausleiht und sich intensiv mit deren Körpersprache beschäftigt.

Judith Henkel hat einen Zyklus namens "Befreiung" mitgebracht, der bei genauem Hinsehen von Illusion und Freiheitsdrang erzählt. Im ersten Teil sieht man eine Hand, die einer mit Blümchentapete versehen Wand mit Hammer und Meißel zu Leibe rückt und ein kleneis Loch geschaffen hat, durch das man den Himmel sehen kann.

Auf dem zweiten Bild tut sich vor dem Betrachter beim Blick durch das Loch in der Wand eine tropische Insel auf, die sich auf dem letzten Bild als mit Tesa-Streifen aufgeklebte Fotografie erweist. "Ein missglückter Fluchtversuch", beschreibt die Malerin ihre Intention.

Text und Foto:Katja Stieb

 

BNN 10.03.2010

 

 

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