Eindrücke aus Peru vermittelt die Ausstellung mit den beiden Malern Felipe Benavente Mendez und Judith Henkel, sowie dem Fotografen Christian Eberhard, die zur Zeit im Eggensteiner Rathaus zu sehen ist.

Faszinierendes Land mit vielen Facetten

Drei Künstler zeigen in Bildern und Fotografien Impressionen aus Peru im Rathaus Eggenstein

Wie eine Reise in eine fremde Welt mutet die derzeitige Ausstellung im Eggensteiner Rathaus an. Die Künstlerin Judith Henkel, der peruanische Maler Felipe Benavente Mendez und der Fotograf Christian Eberhard teilen ihre Liebe zu Peru und haben ihre persönlichen Impressionen und Eindrücke von dem südamerikanischen Land zu einer gemeinsamen Ausstellung "Dreimal Peru" zusammengetragen.

"Peru hat mich schon als junges Mädchen begeistert", so Judith Henkel bei der Vernissage. "Für mich ging ein Traum in Erfüllung, als ich dieses Land zum ersten Mal besuchen konnte." Und es sei ganz anders gewesen, als sie es sich vorgestellt hatt: "Größer, hässlicher, schöner, schockierender", fasste Henkel zusammen. "Am meisten aber war ich überrascht, dass dieses Land so farblos ist. Man fährt Hunderte von Kilometer und die einzigen Farbtupfer sind die bunten Gewänder der Bäuerinnen." Judith Henkel hat Szenen aus Peru gekonnt eingefangen, die tristen, kargen Landschaften, die unendliche peruanische Hochebene und die Menschen dieses Landes.

Die Gesichter der alten Frauen, der "Warmi", die gezeichnet sind von harter Arbeit und Not, und doch soviel Zuversicht ausstrahlen. Judith Henkel hat bei ihren Gemälden bewusst die "Touristenperspektive" beibehalten. "Wir sind ja nur Zaungäste, nehmen ja nicht Teil am Leben dieser Menschen." Felipe Benavente Mendes ist als Peruaner natürlich näher dran an der Kultur und Mentalität Perus.

Seine Vorbilder Picasso und Braque finden sich in seinen faszinierend farbigen Werken wieder, dennoch hat der Künstler einen ganz eigenen, leidenschaftlichen Stil. Seine Bewunderung für die peruanischen Frauen, auf deren Schultern in Peru die Verantwortung lastet, zeigt sich häufig in der Motivwahl Benaventes.

Christian Eberhard möchte mit seinen Fotografien aus Peru sein ganz subjektives Empfinden ausdrücken. Es geht ihm nicht um das Magische eines Augenblicks, das Einfangen von kompletten Szenen. Vielmehr sind es Fragmente oder Details, die den Künstler faszinieren. Ein verdreckter Bus in den Slums von Lima, ein achtlos abgestellter Kasten mit Cola-Flaschen, zwei Geschwister, die sich an den Händen halten und in deren Gesichtern eine irritierende Ersthaftigkeit zu lesen ist.

Die Hälfte des Erlöses aus der Ausstellung spenden die Künstler an Projekte in Peru: Zum einen wird eine Ambulanz in Nazca unterstützt, in der mittellose Menschen unentgeltlich ärztlich versorgt werden. Zum anderen fließen Spenden an den Club de Madres in Pamplona Alta, wo Müttern die Gelegenheit gegeben wird, sich durch kleine Arbeiten etwas Geld zu verdienen und sich so aus ihrem Elend herauszuarbeiten.

Text und Foto:Katja Stieb

 

BNN 10.03.2010

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