BNN 02.12.2002


Bericht von Dietrich Hendel
Foto von Dietrich Hendel

 

 

 

Vielfältige Wege zur Kreativität
Ausstellung "Licht und Farbe" bis Sonntagabend in Rheinhalle
Eggenstein-Leopoldshafen. "Es ist besser, eine Kerze anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen." Diese ermutigende Aussage hat Judith Henkel irgendwo gelesen. "Dann hat sich das Bild von selbst gemalt", lacht die Künstlerin. Ein Haus im Dunkeln, durch eine kleine Kerze ins Licht gestellt. Judith Henkel ist eine von den Künstlerinnen und Künstlern, die bis Sonntagabend ihre vorwiegend neueren Arbeiten bie der Ausstellung "Licht und Farbe" des Kulturvereins Eggenstein-Leopoldshafen, der gerade zehn Jahre alt geworden ist, in der Leopodshafener Rheinhale zeigen. Eine bunte Vielfalt künstlerischen Schaffens zwischen Malerei und Bildhauerei, sagt Vorsitzende Karen Soucy. Eine Ausstellung, die wesentlicher Teil des kulturellen Lebens in der Gemeinde ist, sagt Jana Bayer bei der Vernissage, eine Präsentation, die die verschiedenartigen Wege zur Kreativität dokumentiert. Ohne vorgegebenes Motto zeigen die Künstler, was sie selbst ausgewählt haben.
"Licht und Falbe" ist noch heute, Samstag, von 13 bis 19 Uhr, und morgen, sonntag, 11 bis 18 Uhr, in der Rheinhalle in Leopoldshafen zu sehen. Parallel dazu ist im Foyer der Rheinhalle eine Ausstellung mit Benno und Ira Treibers Siebdruckkalender 2003 mit Motiven aus ihrer Wahlheimat in Südspanien zu sehen. Am Sonntag, 11 Uhr, erläutert Treiber die Entstehung des Kalenders und zeigt seine jüngsten Bilder, vorwiegend Aquarelle und Ölkreidearbeiten mit spanischen Motiven.
Mooreiche und Metall – zum Teil zerbrochene Gullydeckel aus Gusseisen – sind die Materialien, die Marc Reibel, im Sommer zum zweiten Mal Sieger im Kunstwettbeweb der Gemeinde Eggenstein-Leopoldshafen, zu eindrucksvollen Skulpturen verschweißt, nerdings auch solche aus altem Wurzelholz, das er mit Kettensäge und Schleifer bearbeitet und in weiße Acryl- oder Dispersionsfarbe hüllt. Gerade mal ein paar Tage alt sind seine jüngsten Arbeiten, die er in Leopoldshafen zeigt. Uwe Imse steuert zu den Skulpturen seien Specksteinarbeiten bei, die dem Betrachter steichelweich ins Auge fallen.
Farbenfroh, stilisiert und reduziert auf das Typische sind die Frauenporträts von Margit Kugele. Natur mit Menschen und Landschaft sind die Themen, die Lenska Vagner in Acrylfarben, zum Teil in Mischtechnik festhält. Mit Pastellkreide und als Aquarelle hält Brigitte Vogel vorwiegend Blumen fest, die sie zwischen abstrakt und konkret ins Bild fasst. In den Süden locken die Bilder, die Friederike Hempelmann zeigt, enge Gassen, weite Landschaften, bunte Häuser. Alles neuere Arbeiten, die überwiegend in Acrylfarben, zum Teil in Gouachefarben entstanden sind, bisweilen realistisch, manchmal farbig übersteigert. "Halbabstrakt" charakterisiert sie selbst ihren Stil, der den Blick des Beschauers auf das Wesentliche reduziert. Abstrakt, noch stärker reduziert sind die Natürbilder, die Claudia Reitter zur Aussstellung mitgebracht hat. Rote Farbtöne herrschen in Nicole Nagels großformatigem Gemälde vor, das sie "No Frontiers" nennt. "Keine Grenzen". Fließende Acrylfarben, mit Ölkreidespuren, umhüllen in zarten rot-rosa bis gelb-rötlichen Tönen eine dunkel rot-braune Struktur – eine weit verzweigte, starke, eng verbundene Welt in einem lichten Universum?
Dietrich Hendel

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